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Feinstimmwirbel

Moderne Technik hält Einzug im Geigenbau. In einen klassisch aussehenden Wirbel wurde von der Firma Wittner ein Zahnradsystem integriert, welches diverse Vorteile mit sich bringt. (Bild unten ein geöffneter Wirbelkopf)

Feinstimmen mit einer Übersetzung von 8,5:1

 
Vorteile:
- Der Wirbelschaft sitzt fest im Wirbelkasten. Somit entfällt die witterungsbedingte Problematik, dass der Wirbel im Winter rutscht, bzw. im Sommer zu fest sitzt.
- Kein knacken beim Stimmen
- Auch im Konzert kann in sekundenschnelle die Stimmung problemlos nachjustiert werden.
- Keine regelmäßige Wartung mit Wirbelseife mehr nötig
- Einfaches Stimmen auch für den Anfänger mit den Wirbeln möglich.

Nachteile:
- Der Wirbel ist aus Kunstoff und optisch einem schönen Holzwirbel unterlegen

Fazit: Die deutlichen Vorteile liegen in der Witterungsunabhängigkeit -kein Knacken oder Rutschen mehr. Ideal für den, der nicht regelmäßig seine Wibel pflegt eine deutliche Verbesserung. Der Musiker, der seine Wirbel jedoch regelmäßig pflegt und optisch auf den Holzwirbel nicht verzichten möchte, wird seinen alten Wirbel behalten.

Nur der mittlere Bereich dreht sich

Wichtig! Die Saite darf nur auf dem geriffelten Teil (der Bereich, der beweglich ist) aufliegen. Auch muß der Wirbel so eingepasst sein, dass dieser Bereich bis an die Wirbelkastenwand heran reicht!

Das Projekt in Hanoi / Vietnam

Im August 2009 wurde Geigenbaumeister Christian Adam vom Vietnam National Symphony Orchestra eingeladen, um vor Ort die Instrumente zu reparieren. Die dort vorherschenden klimatisch extremen Bedingungen (hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit) wurden zum Anlass genommen, diese Wirbel dort zu testen. Nach einer ersten Rückmeldung im Dezember 09 eignen sich diese Wirbel ohne Einschränkungen in diesem Klima und wurden von den Musikern sehr gelobt.

Die Mechanik sitzt im Wirbelkopf

 
Zwei kleine Zahnräder laufen außen im Wirbelkastenkopf, die gegen ein Zahnradsystem mit dem inneren des Wirbelschaftes arbeiten.
Die hierbei entstehende Übersetzung von 8,5:1 wird so übertragen, dass nur der Bereich des Wirbelschaftes, an dem die Saite aufliegt sich dreht. Die Kontaktflächen zum Wirbelkasten bleiben starr verbunden.

In kleinen Abständen empfindet man beim Drehen dann ein leichtes Einrasten, wenn der Zahn des Zahnrades am tiefsten Punkt des Gegenrades steht. Der Wirbel bleibt jedoch in jeder Position stehen und rutscht nicht von alleine zurück.

Die Saite muss gut über den Sattel laufen können

Die Sattelkerben dürfen bei Benutzung des Feinstimmerwirbels auf keine Fall zu tief sein. Auch ist das Einreiben mit einem Bleistift (Grafit) ratsam, damit die Saite gut gleiten kann.
Durch das langsame Anziehen der Saitenspannung muss die Saite den Widerstand der Kontaktfläche zum Sattel überwinden. Je langsamer gedreht wird, desto höher wird die Spannung des im Wirbelkasten befindlichen Saitenabschnittes, bis dieser dann nachrutscht. Bei einer schlecht laufenden Saite besteht deshalb die erhöhte Gefahr, dass die Saite im Bereich des Wirbelkastens reisst.

Reiben Sie in gewissen Abständen die Obersattelkerben mit einem Bleistift ein.

Tipp

Für die E-Saite bei der Geige ist trotz eines Feinstimmerwirbels ein Feinstimmer am Saitenhalter ratsam, da die Saite am stärksten beim Stimmen auf die Zugveränderung reagiert. Die am Sattel durch die Reibung entstehende Verzögerung erschwert das Stimmen bei dieser Saite mit dem Feinstimmerwirbel etwas.

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