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Wirbel gangbar machen

Wirbelprobleme

Wenn der Wirbel gut passt und nicht "eiert" oder gar wie auf dem Bild oben aussieht, können Sie mit handelsüblicher Kernseife und Kreide Ihre Wirbel wieder zum Laufen bringen.
ACHTUNG! Nehmen Sie immer nur einen Wirbel aus dem Wirbelkasten zur Bearbeitung heraus. Wenn Sie die Saite wieder aufziehen überprüfen Sie, ob der Steg noch gerade steht.

Der Wirbel läuft nicht Rund

  Achtung ! Wenn die Kontaktfläche des Wirbels zum Wirbelkasten nicht genau passt, muss ein Geigenbauer den Wirbel mit einem Wirbelschneider nachpassen. Ansonsten kann es zu einem Wirbelkastenriss kommen.

Auf dem Bild läßt sich im oberen Bereich erkennen, dass der Wirbel nur an wenigen Stellen Kontakt zum Wirbelloch hat


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Der Wirbel passt in Längsrichtung nicht

  Ist der Wirbel in der Längsrichtung nicht mehr gerade, besteht die Gefahr, dass der Wirbel aus dem Wirbelloch zu leicht herausrutscht und sich das Instrument schnell verstimmt.

Auch in diesem Fall muß der Geigenbauer mithilfe eines Wirbelschneiders die Flächen begradigen. Dadurch rutscht der Wirbel weiter ins Wirbelloch und der herausstehende Schaft verkürzt sich.


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Ist der Wirbel gleichmäßig rund und hat überall Kontakt zu dem Wirbelkastenwänden, können Sie den Wirbel selber mit Kernseife und Kreide gängig machen. Reinigen Sie vorher den Wirbelschaft gründlich, z.B. mit Küchenpapier.

Der Wirbel wird zuerst mi Seife bearbeitet

Besorgen Sie sich Kernseife, sie kann durchaus auch etwas älter sein. Damit wird der Wirbelschaft kräftig eingerieben.... ...Dann drehen Sie den Wirbel mehrfach im Wirbelkasten und überprüfen.....

Der Wirbel muß überall gut anliegen

.....ob der Wirbel an den beiden Kontaktstellen einen gleichmäßigen Abdruck hinterläßt. Sollte das nicht der Fall sein, müssen Sie einen Geigenbauer aufsuchen, der mit einem Wirbelschneider den Wirbelschaft begradigt.

....Die blanken Stellen werden jetzt mit Kreide eingerieben und der Wirbel wieder im Wirbelloch gedreht.

Die Feinjustierung

Diese beiden Komponenten Seife und Kreide funktionieren im Prinzip wie ein Minikugellager.
Die Kleinstpartikel der Kreide werden von der Seife umgeben und bilden einen Gleitfilm.
Wiederholen Sie das Auftragen von Seife und Kreide (ca.6x) bis der Wirbel gut läuft.
Wenn Sie etwas mehr Kreide nehmen, wird der Wirbel schwergängig, bei mehr Seife wird er leichtgängiger.

Die Wirbelproblematik

Nun tritt aber folgendes Problem auf:
Im Holz befindet sich Gerbsäure, die im Laufe der Zeit die Seife (eine Lauge) neutralisiert. Die Wirbel fangen dann wieder an zu knacken. Bei neu eingepassten Wirbeln sollte daher nach ein paar Wochen das "Gangbar machen" wiederholt werden.
Das Holz unterliegt Witterungseinflüssen. Es nimmt die Feuchtigkeit der Umgebung auf, bzw.gibt sie auch wieder ab.
Im Winter fangen dann durch die heizungsbedingt trockenen Räume die Wirbel an zu rutschen. Hier hilft oft etwas mehr Kreide.
Im Sommer, besonders wenn es feuchtwarm ist, quillt das Holz auf und die Wirbel lassen sich kaum noch drehen.Hier hilft oft etwas mehr Seife.

Wenn Geige, Bratsche oder Cello neu gestimmt werden müssen, finden Sie hier eine Anleitung.

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